Dein Kalender ist voll, aber es sind die falschen Jobs? Kleinkram, Notlichter tauschen, Preisdrücker? Die großen, guten Aufträge – Photovoltaik, Wärmepumpen-Anschluss, Wallbox, ein Neubau – landen oft beim Betrieb nebenan. Nicht weil der besser arbeitet. Sondern weil ihn der Kunde bei Google zuerst gefunden hat.

Ich bin Mustafa von Numara Design aus Pforzheim. Ich baue Websites für Handwerksbetriebe, und beim Thema Elektro sehe ich immer wieder dasselbe: Die Arbeit ist top, die Auslastung stimmt – aber die Anfragen, die reinkommen, hat sich der Chef nicht ausgesucht. Genau da setzt lokale SEO an: dafür zu sorgen, dass dich die richtigen Kunden in deiner Region zuerst sehen.

Warum lokale SEO für Elektriker so viel wert ist

Ein Elektroauftrag ist selten ein Zehn-Euro-Job. Wer eine PV-Anlage, eine Ladestation oder eine komplette Installation braucht, gibt schnell einen fünfstelligen Betrag aus. Portalschätzungen liegen für Installationsaufträge grob bei 15.000 bis 25.000 Euro. Das heißt: Schon eine einzige zusätzliche Anfrage pro Monat, die du sonst nie gesehen hättest, kann mehr wert sein als deine Website im ganzen Jahr kostet.

Und genau diese Kunden suchen anders als früher. Niemand blättert mehr im Branchenbuch. Man tippt „Elektriker Pforzheim“ oder „Wallbox installieren in der Nähe“ ins Handy – und ruft bei einem der ersten Treffer an. Wenn du da nicht auftauchst, existierst du für diesen Kunden schlicht nicht.

15.000–25.000 €

grober Auftragswert einer Elektro-Installation – ein einziger Job trägt die Website oft mehrfach.

Quelle: Portalschätzung, als Richtwert behandeln

10–15 %

der Nutzer tippen bei Dienstleistern direkt auf „Anrufen“ – deutlich über dem üblichen Schnitt.

Quelle: WebFX (US-Daten)

+400 %

Wachstum bei Suchen nach „jetzt geöffnet in der Nähe“ – dringende Aufträge entstehen hier.

Quelle: Google / Think with Google

Der Google-Eintrag ist dein wichtigstes Schaufenster

Bevor wir über die Website reden: Dein kostenloser Google-Eintrag (das Kästchen mit Karte, Bewertungen und Öffnungszeiten) ist für einen Elektriker fast wichtiger als alles andere. Bei „in der Nähe“-Suchen entscheidet Google zuerst darüber, wer überhaupt gezeigt wird. Und das Beste: Er kostet nichts.

Ich sehe oft Einträge, die halb leer sind – kein Foto, alte Öffnungszeiten, kein Hinweis auf PV oder Ladestationen. Damit verschenkst du Sichtbarkeit. Ein vollständiger Eintrag mit echten Bildern deiner Arbeit, klaren Leistungen und aktuellen Zeiten wirkt seriös und wird von Google bevorzugt ausgespielt.

  • Echte Fotos statt Symbolbilder: fertige Anlagen, dein Team, dein Firmenwagen.
  • Alle Leistungen eintragen: Installation, Photovoltaik, E-Ladestation, Smart Home, Notdienst.
  • Öffnungszeiten aktuell halten – auch Feiertage, sonst wirkt es ungepflegt.
  • Bewertungen sammeln: nach jedem guten Job kurz um eine Bewertung bitten. Das ist der stärkste Hebel überhaupt.

Mein ehrlicher Tipp

Wenn du nur eine Sache diese Woche machst: Bitte deine nächsten fünf zufriedenen Kunden aktiv um eine Google-Bewertung. Ein Elektriker mit 40 echten Bewertungen schlägt in der Anzeige fast immer den mit dreien – egal wie gut dessen Website ist.

Eine Seite pro Leistung – so wirst du für das Richtige gefunden

Hier machen die meisten Elektro-Websites denselben Fehler: Es gibt eine einzige Seite „Leistungen“, auf der alles in einem Absatz steht. Für Google ist das schwer einzuordnen – und für den Kunden auch. Wer eine Wallbox sucht, will eine Seite über Wallboxen sehen, nicht einen Bauchladen.

Besser ist eine eigene Seite je Kernbereich. Jede beantwortet genau die Fragen dieses einen Kunden – und wird für genau diese Suche gefunden. Das ist der Kern von lokaler SEO: Für jedes Thema die passende Antwort bereitstellen.

  1. 1Elektroinstallation – Neubau, Sanierung, Zählerschrank, Sicherungen.
  2. 2Photovoltaik – Anlage, Speicher, Anschluss ans Netz, was der Kunde grob einplanen sollte.
  3. 3E-Ladestation / Wallbox – für Zuhause und Firmen, mit Hinweis auf Beratung und Ablauf.
  4. 4Smart Home – Licht, Rollläden, Steuerung – erklärt in Alltagssprache, ohne Technik-Kauderwelsch.

Wichtig: Jede Seite in einfacher Sprache. Dein Kunde ist kein Elektromeister. Wenn du „PEN-Schiene“ oder „RCD Typ B“ schreibst, ist er weg. Schreib, was er davon hat – „lädt dein Auto sicher über Nacht“ – und erklär den Fachkram nebenbei.

Sofort erreichbar sein – auf dem Handy zählt jede Sekunde

Die meisten Elektro-Suchen passieren am Handy, oft in einer dringenden Lage – Sicherung fliegt raus, keine Steckdose im Bad, Ladepunkt streikt. In so einem Moment liest niemand lange. Er will eine Nummer zum Antippen, die sofort wählt. Genau hier gewinnst oder verlierst du den Auftrag.

Die Zahlen dazu sind deutlich: Bei Dienstleistern tippen laut US-Auswertungen rund 10 bis 15 Prozent der Besucher direkt auf „Anrufen“ – klar über dem üblichen Schnitt von 5 bis 8 Prozent. Das funktioniert aber nur, wenn die Anruf-Taste sofort sichtbar ist und die Seite schnell lädt. Muss der Kunde erst zoomen und suchen, ruft er beim Nächsten an.

Gut zu wissen

Nur etwa 30 Prozent der Handwerksbetriebe haben überhaupt eine eigene Website (Zahl aus einer ifh-Erhebung, als Richtwert). Das ist keine schlechte Nachricht für dich – im Gegenteil. Es heißt: Wer hier sauber aufgestellt ist, hebt sich in der Region sofort ab, weil die meisten Mitbewerber es nicht sind.

Notdienst und Erreichbarkeit als Trumpf

Wenn du einen Notdienst anbietest, mach das online groß sichtbar. „Störung? Wir sind heute erreichbar“ mit direkter Nummer holt genau die Suchen ab, die gerade um +400 Prozent gewachsen sind – die „jetzt, in der Nähe, sofort“-Anfragen. Das sind oft die Kunden mit dem geringsten Preisgefeilsche, weil sie einfach schnell Hilfe wollen.

Und ganz ehrlich: Wenn du keinen Notdienst machst, ist das auch okay – dann schreib es klar hin. Nichts ärgert einen Kunden mehr als drei Fehlanrufe. Ehrlichkeit bei der Erreichbarkeit spart dir Genervte und bringt dir die Anfragen, die zu dir passen.

Das Fazit für deinen Betrieb

Lokale SEO klingt nach Technik, ist im Kern aber einfach: dafür sorgen, dass dich die richtigen Kunden in deiner Region zuerst finden – und dann sofort erreichen können. Ein gepflegter Google-Eintrag, eine eigene Seite je Leistung, echte Bewertungen und eine Anruf-Taste, die auf dem Handy wählt. Mehr braucht es für den Anfang nicht. Bei Auftragswerten im fünfstelligen Bereich reicht eine zusätzliche gute Anfrage, damit sich das Ganze bezahlt macht.