Am Monatsende kommt die Abrechnung der Liefer-Plattform, und der Betrag tut jedes Mal ein bisschen weh. Trotzdem bleibst du dabei, weil die Bestellungen ja reinkommen. Die Frage ist nur: Zahlst du dafür einen fairen Preis – oder gibst du gerade den Teil weg, der dein Geschäft eigentlich sicher machen würde?
Ich bin Mustafa von Numara Design aus Pforzheim und baue unter anderem eigene Bestellsysteme für Gastro-Betriebe. Ich sage direkt vorweg: Ich bin kein Plattform-Hasser. Plattformen können super sein, um überhaupt gesehen zu werden. Aber du solltest wissen, was sie dich kosten – nicht nur in Prozent, sondern auf lange Sicht.
Was die Plattform wirklich mitnimmt
Der offensichtliche Preis ist die Provision. Je nach Modell und Leistung liegt sie grob zwischen 13 und 30 Prozent pro Bestellung. Bei einer Bestellung über 30 Euro bleiben da schnell mal 6 bis 9 Euro auf der Plattform-Seite hängen. Das ist bei den ohnehin dünnen Margen in der Gastro richtig viel.
Der weniger sichtbare Preis ist aber oft der teurere: Du bekommst die Kundendaten nicht. Wer bei dir über die Plattform bestellt, ist nicht dein Kunde, sondern der Kunde der Plattform. Du weißt nicht, wer er ist, kannst ihn nicht anschreiben, nicht mit einem Gutschein zurückholen. Wird die Provision nächstes Jahr erhöht, hast du keine Wahl – deine Gäste kennt nur die Plattform.
13–30 %
Provision pro Bestellung bei Liefer-Plattformen, je nach Modell und Leistungspaket.
Quelle: Übliche Spanne im Plattform-Markt
~35 %
mehr Artikel pro Bestellung bei Bestellungen über den eigenen Kanal statt über Fremd-Plattformen.
Quelle: Paytronix Order & Delivery Report, 2024
30–40 %
maximaler Umsatzanteil, den du über einen einzigen Kanal laufen lassen solltest – als Sicherheitsgrenze.
Quelle: Faustregel Kanal-Abhängigkeit
Was ein eigener Bestellkanal anders macht
Ein eigenes Online-Bestellsystem ist im Grunde ein Bestell-Button auf deiner eigenen Seite. Der Gast wählt seine Gerichte, bezahlt sicher – zum Beispiel über Stripe – und die Bestellung landet direkt bei dir. Es kostet einmal etwas beim Aufbau, danach fällt keine laufende Provision an, nur eine kleine Zahlungsgebühr pro Transaktion.
Der eigentliche Unterschied ist aber nicht nur das Geld. Es sind die Stammkundendaten, die dir gehören. Du weißt, wer bei dir bestellt, kannst dich bedanken, an Feiertagen ein Angebot schicken, Stammgäste belohnen. Und interessant: Wer direkt beim Wirt bestellt, gibt im Schnitt spürbar mehr aus – laut einer Auswertung von Paytronix rund 35 Prozent mehr Artikel pro Bestellung als über Fremd-Plattformen. Die Leute trauen sich mehr, wenn sie merken, dass sie direkt bei dir sind.
| Punkt | Liefer-Plattform | Eigener Bestell-Button |
|---|---|---|
| Provision | 13–30 % pro Bestellung, dauerhaft | Keine – nur kleine Zahlungsgebühr |
| Kundendaten | Bleiben bei der Plattform | Gehören dir |
| Kosten über die Zeit | Steigen mit jedem Umsatz | Einmal aufbauen, dann günstig |
| Reichweite / Neukunden | Stark – viele Nutzer suchen dort | Musst du selbst über Google und Website holen |
| Abhängigkeit | Hoch – Regeln und Preise macht die Plattform | Niedrig – du bestimmst selbst |
Gut zu wissen
Die Plattform ist stark bei einer Sache: neue Leute, die dich noch gar nicht kennen, finden dich dort. Diese Reichweite baust du nicht über Nacht selbst nach. Deshalb ist der Fehler nicht, eine Plattform zu nutzen – der Fehler ist, ausschließlich davon abhängig zu sein.
Der ehrliche, faire Weg: beides klug kombinieren
Ich rate niemandem, die Plattform von heute auf morgen zu kündigen. Das wäre unehrlich und meistens auch dumm. Der klügere Weg ist eine Arbeitsteilung: Die Plattform bringt dir neue Gäste – deinen eigenen Kanal nutzt du, um daraus Stammkunden zu machen.
- 1Plattform als Schaufenster behalten: für Neukunden, die dich sonst nie gefunden hätten.
- 2Eigenen Bestell-Button aufbauen: auf deiner Website, ohne laufende Provision.
- 3Stammkunden sanft rüberlenken: ein Flyer in der Tüte, ein QR-Code, ein kleiner Rabatt bei der Direktbestellung.
- 4Grenze im Blick behalten: kein einzelner Kanal sollte mehr als 30 bis 40 Prozent deines Umsatzes ausmachen.
Der Rabatt bei Direktbestellung klingt erst mal nach Verlust – ist aber ein gutes Geschäft. Selbst wenn du dem Gast 10 Prozent gibst, bleibt dir mehr als über die Plattform, die 25 Prozent nimmt. Und beim nächsten Mal hast du seine Daten und bestellst dir den Gast praktisch selbst zurück.
Mein ehrlicher Tipp
Rechne einmal aus, was du im letzten Monat an Provision gezahlt hast. Oft ist das mehr, als ein eigenes Bestellsystem im ganzen Jahr kostet. Das heißt nicht, dass du die Plattform wegwirfst – aber es zeigt dir, wie schnell sich ein eigener Kanal rechnet, sobald ein Teil der Stammkunden dort bestellt.
Was Numara dabei macht
Wir bauen eigene Bestellsysteme, die direkt auf deiner Website laufen – mit sicherer Bezahlung über Stripe und ohne laufende Provision. Der Gast bestellt und zahlt, die Bestellung kommt bei dir an, und die Kundenbeziehung bleibt bei dir. Kein Zwischenhändler, der bei jeder Bestellung die Hand aufhält.
Wichtig ist mir dabei die Ehrlichkeit: Ein eigenes System ersetzt nicht die Reichweite einer großen Plattform. Es ergänzt sie – und macht dich Stück für Stück unabhängiger, statt dich noch tiefer in eine Abhängigkeit zu ziehen.
Das Fazit
Die Plattform ist ein guter Türöffner, aber ein teurer Vermieter. Ein eigener Bestellkanal kostet einmal etwas und gibt dir danach zurück, was am meisten zählt: deine Marge und deine Stammkunden. Der beste Weg ist selten „nur Plattform“ oder „nur eigenes System“, sondern die kluge Mischung – mit der klaren Grenze, dich nie von einem einzigen Kanal abhängig zu machen. So bleibst du der Wirt, dem seine Gäste gehören, und nicht der Zulieferer für jemand anderen.
Passend dazu: Lieferando-Kosten: was die Provision dich kostet und Döner- & Imbiss-Website: online bestellen lassen.