Brötchen und Kaffee bringen dir jeden Tag Umsatz, aber ehrlich: Die Marge ist dünn und die Konkurrenz um die Ecke verkauft dasselbe. Das Geschäft, mit dem eine Bäckerei oder Konditorei wirklich verdient, ist ein anderes – und viele lassen es jeden Tag liegen, ohne es zu merken.

Ich bin Mustafa von Numara Design aus Pforzheim. Wenn ich mit Bäckern und Konditoren spreche, geht es oft um dieselbe Sache: „An der Theke ist immer was los, aber verdienen tu ich kaum was.“ Der Grund liegt selten am Fleiß. Er liegt daran, dass die margenstarken Aufträge – Torten und Catering – gar nicht erst bei dir ankommen, weil sie niemand einfach anfragen kann.

Warum Torten und Catering dein bestes Geschäft sind

Eine Hochzeitstorte, ein Blech für ein Firmenjubiläum, das Fingerfood für eine Beerdigung mit 40 Leuten – solche Aufträge haben zwei Eigenschaften, die dein Tagesgeschäft nicht hat. Erstens: eine deutlich bessere Marge, weil Aufwand und Preis in einem ganz anderen Verhältnis stehen als beim einzelnen Brötchen. Zweitens: Sie sind planbar. Bestellt wird Tage oder Wochen vorher. Du weißt genau, was du einkaufen musst und wann der Ofen läuft.

Genau das macht diese Aufträge so wertvoll. Kein Rätselraten, keine Reste, kein Stress mittags um zwölf. Ein einziger Cateringauftrag im Monat kann mehr in die Kasse bringen als eine ganze Woche Theke. Die Frage ist nur: Wie kommt so ein Auftrag zu dir – und nicht zum Kollegen im Nachbarort?

76 %

der Menschen, die lokal nach einem Geschäft suchen, besuchen es innerhalb von 24 Stunden.

Quelle: Think with Google (US-Daten, Richtung übertragbar)

Tage vorher

wird eine Torte oder ein Catering angefragt – planbarer Umsatz statt Laufkundschaft.

Quelle: Branchenerfahrung

Das Problem: Wer abends eine Torte braucht, findet dich nicht

Stell dir vor, jemand plant den 60. Geburtstag der Mutter. Er sitzt am Sonntagabend auf dem Sofa und tippt „Torte Pforzheim“ ins Handy. Deine Theke ist zu, anrufen kann er nicht. Was passiert jetzt? Er landet bei dem Anbieter, bei dem er sofort eine Anfrage abschicken kann – auch um 21 Uhr. Wenn das nicht du bist, hast du den Auftrag verloren, bevor du überhaupt wusstest, dass es ihn gab.

Das ist der stille Teil des Problems. Du bekommst keinen verpassten Anruf, keine Nachricht. Der Interessent war da, hat kurz gesucht, nichts Passendes gefunden – und ist weiter. Und die Kaufabsicht ist bei diesen Leuten hoch: Wer lokal sucht, will meist bald etwas erledigen. Google sieht bei „in der Nähe“-Suchen, dass ein Großteil noch am selben Tag ein Geschäft ansteuert.

Was auf die Seite gehört, damit Anfragen reinkommen

Die gute Nachricht: Du brauchst kein riesiges Bestellsystem mit Warenkorb und Bezahlung. Für Torten und Catering reicht ein sauberes Anfrageformular – der Kunde schildert, was er braucht, du meldest dich mit einem Angebot zurück. Das sind die Bausteine, in sinnvoller Reihenfolge:

  1. 1Aktuelle Öffnungszeiten, gut sichtbar – oben, nicht versteckt. Nichts ärgert mehr, als vor verschlossener Tür zu stehen.
  2. 2Ein Torten- und Catering-Anfrageformular – Anlass, Personenzahl, Wunschtermin, ein Feld für Sonderwünsche. Fertig.
  3. 3Eine Galerie mit echten Fotos deiner Torten und Buffets – keine gekauften Bilder, sondern deine Arbeit.
  4. 4Eine einfache Vorbestell-Möglichkeit auch für Alltägliches, etwa Brötchen fürs Wochenende oder ein Blechkuchen.
  5. 5Ein gepflegter Google-Eintrag mit denselben Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen – damit du überhaupt gefunden wirst.

Mein ehrlicher Tipp: echte Fotos schlagen alles

Bei Torten und Catering kauft das Auge mit. Ein Handyfoto von deiner letzten Hochzeitstorte, bei gutem Licht aufgenommen, überzeugt mehr als jeder Werbetext. Sammle einfach über ein paar Wochen Bilder von dem, was du sowieso backst – das ist dein bestes Verkaufsmaterial und kostet dich nichts.

Der häufigste Fehler – und wie viel er kostet

Der Klassiker, den ich immer wieder sehe: veraltete Öffnungszeiten und keine Möglichkeit, eine Anfrage zu stellen. Auf der Seite stehen noch die Zeiten von vor drei Jahren, an Feiertagen weiß niemand, ob offen ist, und wer eine Torte bestellen will, findet nur eine Telefonnummer – die außerhalb der Theken-Zeiten ins Leere läuft.

Jede dieser Hürden kostet dich genau die Aufträge, die sich am meisten lohnen. Nicht das eine Brötchen, sondern die Torte für 80 Euro oder das Catering für 400. Rechne einmal grob: Ein einziger zusätzlicher Cateringauftrag pro Monat, den dir das Formular einbringt, und die ganze Sache hat sich für ein Jahr getragen.

SituationOhne AnfrageformularMit Anfrageformular
Kunde sucht sonntagabends eine Tortefindet nichts, geht zum Wettbewerberschickt dir die Anfrage, du meldest dich montags
Feiertag steht anAnruf verpasst, Auftrag wegAnfrage liegt morgens im Postfach
Firmen-Catering für 50 Personenlandet beim Anbieter mit besserer Seitelandet bei dir, planbar und margenstark

Gut zu wissen

Ein Anfrageformular ist nicht dasselbe wie ein Online-Shop. Du musst nichts Rechtliches zum Bezahlen klären und keine Preise fix hinterlegen. Der Kunde fragt an, du kalkulierst wie immer und schickst dein Angebot. Der einzige Unterschied: Die Anfrage erreicht dich rund um die Uhr, statt verloren zu gehen.

Das Fazit für Bäckereien und Konditoreien

Dein bestes Geschäft steht nicht an der Theke, sondern in den Aufträgen, die geplant und margenstark sind. Diese Aufträge kommen aber nur zu dir, wenn man dich abends findet und mit zwei Klicks anfragen kann. Ein sichtbarer Google-Eintrag, echte Fotos deiner Arbeit und ein einfaches Anfrageformular – mehr braucht es nicht, um aus „ist halt viel Betrieb, aber verdienen tu ich kaum“ ein planbares, lohnendes Geschäft zu machen.