Stell dir vor, jemand in Pforzheim sucht einen Friseur. Früher hat er gegoogelt. Heute tippt er immer öfter in ChatGPT: „Empfiehl mir einen guten Friseur in Pforzheim.“ Und die KI antwortet mit drei, vier Namen. Die große Frage für dich als Betrieb: Bist du einer davon – oder taucht dein Geschäft überhaupt nicht auf?

Ich bin Mustafa von Numara Design aus Pforzheim. In diesem Artikel geht es um etwas, das gerade richtig Fahrt aufnimmt: die KI-Suche. Immer mehr Leute fragen nicht mehr Google, sondern ChatGPT, Gemini oder Perplexity, wenn sie einen Handwerker, ein Restaurant oder einen Friseur brauchen. Und das verändert, wie du neue Kunden gewinnst – ob dir das gefällt oder nicht.

Warum plötzlich alle die KI fragen

Der Grund ist simpel: Es ist bequemer. Statt zehn blaue Links durchzuklicken, bekommst du von ChatGPT direkt eine Antwort mit ein paar Empfehlungen. Kein Vergleichen, kein Scrollen. Und die Leute gewöhnen sich blitzschnell daran.

Wie schnell das geht, zeigen die Zahlen. Sie stammen aus den USA und sind noch früh – aber die Richtung ist eindeutig, und Deutschland zieht erfahrungsgemäß mit etwas Verzögerung nach.

45 %

der Verbraucher nutzen inzwischen KI, um sich lokale Betriebe empfehlen zu lassen – ein Jahr zuvor waren es erst 6 %.

Quelle: BrightLocal, 2026 (US-Panel, als Trend zu lesen)

4,3 Sterne

haben die Betriebe im Schnitt, die von der KI empfohlen werden. Gute Bewertungen zählen also auch hier.

Quelle: BrightLocal, 2026

~68 %

Genauigkeit hatten die Angaben, die ChatGPT und Perplexity über Betriebe ausspuckten – also fast jede dritte Info war ungenau oder falsch.

Quelle: Branchenauswertung 2026 (US)

Von 6 auf 45 Prozent in einem einzigen Jahr – so schnell kippt gerade das Suchverhalten. Selbst wenn Deutschland noch etwas hinterherhinkt: Die Kunden von morgen fragen die KI. Und du willst, dass sie dabei deinen Namen hört.

Das Problem: Die KI ist wählerischer als Google

Bei Google landen viele Betriebe zumindest irgendwo in der Liste. Die KI dagegen nennt nur eine Handvoll Namen – und ist damit deutlich strenger. Eine große Auswertung hat das für bekannte Marken durchgerechnet.

Wo Betriebe auftauchtenAnteil der Standorte
Klassisches Google („3er-Pack“ auf der Karte)35,9 %
Gemini11 %
Perplexity7,4 %
ChatGPT1,2 %

Lies das ruhig zweimal: Wo bei Google noch gut jeder dritte Standort sichtbar war, empfahl ChatGPT gerade mal gut einen von hundert. Die KI wirft also fast alle raus und behält nur wenige. Wichtig zur Einordnung: Diese Zahlen stammen von großen Ketten mit vielen Filialen, für einen einzelnen lokalen Betrieb sind sie nur eingeschränkt übertragbar. Aber die Botschaft bleibt: Reinzukommen ist kein Selbstläufer. Du musst der KI einen Grund geben, ausgerechnet dich zu nennen.

Das teuerste Missverständnis

Die KI zieht ihre Infos aus vielen Quellen gleichzeitig. Wenn deine Öffnungszeiten, deine Adresse oder deine Telefonnummer überall ein bisschen anders stehen – hier alte Zeiten, dort eine alte Nummer – dann rät die KI. Im schlimmsten Fall erzählt sie deinem Kunden falsche Öffnungszeiten oder sogar, du seist „dauerhaft geschlossen“. Der Kunde kommt dann gar nicht erst.

Mach kurz den Test

Bevor wir zur Lösung kommen: Probier es einfach selbst aus. Das dauert dreißig Sekunden und öffnet die Augen.

Frag die KI nach dir selbst

Öffne ChatGPT und tippe: „Empfiehl mir einen guten [deine Branche] in Pforzheim.“ Also zum Beispiel „einen guten Maler in Pforzheim“. Kommst du vor? Stimmen die Angaben? Wenn dein Betrieb fehlt oder die KI Falsches erzählt, weißt du, wo du stehst – und dass es sich lohnt, das zu ändern.

Was wirklich hilft, damit die KI dich empfiehlt

Die gute Nachricht: Es sind keine geheimen Tricks nötig. Die KI belohnt am Ende genau das, was auch echte Kunden überzeugt – klare, verlässliche, aktuelle Informationen. Das sind die Punkte, auf die es ankommt:

  • Eine eigene Website als verlässliche Quelle. Sie ist der Ort, an dem du selbst bestimmst, was über dich steht – und den die KI als Grundlage nimmt. Wichtig ist, dass sie aktuell ist und nicht seit drei Jahren dieselben alten Öffnungszeiten zeigt.
  • Überall exakt dieselben Angaben. Name, Adresse, Telefon und Öffnungszeiten müssen auf deiner Website, bei Google und in allen Branchenverzeichnissen identisch sein. Jede Abweichung verwirrt die KI.
  • Echte, gute Bewertungen. Die empfohlenen Betriebe haben im Schnitt 4,3 Sterne. Bitte zufriedene Kunden ruhig aktiv um eine Bewertung – das zahlt doppelt ein.
  • Klare Fragen und Antworten auf der Seite. Schreib genau die Antworten hin, die Kunden der KI stellen: Was kostet das? Habt ihr am Samstag auf? Macht ihr auch Hausbesuche? Je klarer das dasteht, desto eher greift die KI es auf.
  • Konkrete Zahlen und Fakten im Text. Seiten mit greifbaren Angaben – Preise, Jahre Erfahrung, Anzahl der Leistungen – werden von der KI häufiger zitiert als schwammige Werbetexte.

Es gibt noch einen technischen Teil dahinter: bestimmte Hintergrund-Infos, die man in eine Website einbaut, damit Google und ChatGPT dein Geschäft sauber verstehen – also Name, Ort, Art des Betriebs und Öffnungszeiten in einer Form, die Maschinen eindeutig lesen können. Um das musst du dich nicht kümmern. Das baue ich bei jedem Projekt automatisch mit ein, ohne dass du ein einziges Fachwort dafür kennen musst.

Der Denkfehler „das ist nur was für große Firmen“

Gerade weil die KI so wählerisch ist, ist das deine Chance. Wenn dein Nachbarbetrieb online chaotisch aufgestellt ist und du sauber und aktuell dastehst, empfiehlt die KI eher dich. Klein sein ist hier kein Nachteil – schlampig sein schon.

Das Fazit

Die KI-Suche ist kein ferner Zukunftskram mehr, sondern verändert schon heute, wie Menschen einen Betrieb finden. Du kannst nicht steuern, was ChatGPT sagt – aber du kannst dafür sorgen, dass die KI verlässliche, klare Infos über dich findet. Genau das entscheidet, ob dein Name fällt oder der vom Wettbewerber. Und das Schöne daran: Alles, was dir bei der KI hilft, hilft dir auch bei echten Kunden. Doppelter Gewinn für eine Sache, die man sowieso in Ordnung bringen sollte.