„Ich hab doch Instagram, brauch ich da überhaupt noch eine Website?“ Diese Frage höre ich fast jede Woche. Sie ist völlig berechtigt – Instagram läuft, kostet nichts und die Bilder sehen gut aus. Trotzdem ist meine ehrliche Antwort meistens: Instagram allein ist ein Risiko, das du nicht sehen willst, bis es zu spät ist.
Ich bin Mustafa von Numara Design aus Pforzheim. Ich bin kein Instagram-Gegner – im Gegenteil. Für viele Betriebe ist es ein starker Kanal. Aber es gibt einen Unterschied zwischen einem Kanal, den du nutzt, und einem, auf dem dein ganzes Geschäft steht. Genau darum geht es hier.
Instagram gehört dir nicht – es ist gemietet
Stell dir vor, du hast ein Ladenlokal gemietet. Läuft super. Und dann steht eines Morgens der Vermieter da und sagt: „Ab heute nicht mehr.“ Kein Grund, keine Vorwarnung, keine Nummer, die zurückruft. Genau das ist Instagram. Der Account, die Follower, die Reichweite – all das gehört Meta, nicht dir. Du mietest es.
Accounts werden gesperrt – manchmal versehentlich, manchmal gehackt, manchmal, weil ein automatisches System etwas falsch versteht. Und dann? Du kommst an eine anonyme Hilfeseite, wartest tage- oder wochenlang, und deine Follower siehst du in der Zwischenzeit nicht wieder. Deine mühsam aufgebaute Reichweite ist von einem Tag auf den anderen weg.
Die Gegenfrage, die du dir stellen solltest
Was passiert mit deinen Kunden, wenn der Account morgen gesperrt wird? Wenn die ehrliche Antwort lautet „dann sind sie weg“, dann hängt zu viel an einem Kanal, den du nicht kontrollierst.
Und selbst ohne Sperre: Du besitzt deine Follower nicht. Du hast keine Telefonnummern, keine E-Mail-Adressen, keine Kundenliste. Du kannst niemanden gezielt erreichen. Ändert Instagram morgen den Algorithmus, sehen plötzlich nur noch ein Bruchteil deiner Follower deine Beiträge. Das ist keine böse Absicht – es ist einfach nicht dein System.
Wer sucht, findet dein Instagram-Profil oft gar nicht
Jetzt der Punkt, den die meisten unterschätzen: Wenn jemand bei Google „Friseur Pforzheim Öffnungszeiten“ oder „Reifenwechsel in der Nähe“ eingibt, taucht dein Instagram-Profil dort so gut wie nie oben auf. Instagram ist eine geschlossene Welt – Google schaut da nur schwer rein. Deine Öffnungszeiten, deine Leistungen, deine Preise stehen in einzelnen Bildunterschriften, verstreut, für Google praktisch unsichtbar.
Das Verhalten der Leute ist eindeutig: Sie googeln, bevor sie kaufen. Und wenn sie dabei nur eine Website finden – die vom Wettbewerber – dann rufen sie dort an. Nicht, weil der besser ist, sondern weil er auffindbar war.
~75 %
der Nutzer beurteilen die Seriosität eines Anbieters am ersten Eindruck seiner Website.
Quelle: Stanford Web Credibility Project
4 von 5
Kunden suchen vor einem Kauf online nach Informationen zum Anbieter.
Quelle: Google / Think with Google
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so viele deiner Follower gehören dir wirklich – die Liste liegt bei Instagram, nicht bei dir.
Quelle: Grundprinzip sozialer Netzwerke
Neu dazu: KI-Suchen zitieren Websites, keine Instagram-Posts
Immer mehr Leute fragen heute nicht mehr Google, sondern eine KI: „Wo bekomme ich in Pforzheim am Samstag einen Termin beim Friseur?“ Die KI antwortet – und sie zieht ihre Antworten aus Websites, die sie lesen kann. Aus einem Instagram-Profil zitiert sie in der Regel nicht. Wer keine eigene Website hat, existiert in dieser neuen Art zu suchen schlicht nicht.
Das ist kein ferner Zukunftskram mehr. Diese Suchen passieren jetzt. Und eine Website, die klar sagt, wer du bist, was du machst und wann du geöffnet hast, ist genau das Futter, das eine KI braucht, um dich zu empfehlen.
Die Website ist dein Anker – Instagram das Schaufenster
Ich vergleiche es gern so: Deine Website ist dein Grundstück – dir gehört es, du bestimmst, was drauf passiert, und es kann dir keiner wegnehmen. Instagram ist ein Marktstand in der Fußgängerzone: viel Laufkundschaft, tolle Bühne für deine Bilder, aber du stehst dort nur, solange man dich lässt.
Das Beste: Beides spielt zusammen. Auf Instagram zeigst du deine Arbeit und baust Reichweite auf. Und in der Beschreibung setzt du den Link zu deiner Website – dorthin, wo Kunden Termine buchen, Preise sehen und wo ihre Daten bei dir landen, nicht bei Meta.
Was eine eigene Website dir gibt, was Instagram nicht kann:
- Gefunden werden bei Google – mit Öffnungszeiten, Leistungen und Standort, genau wenn jemand sucht.
- Von KI zitierbar – damit du auch in den neuen Suchen auftauchst, nicht nur im alten Google.
- Eigene Kundendaten – Anfragen, Buchungen, E-Mail-Adressen landen bei dir, nicht in einer fremden App.
- Unabhängigkeit – wird ein Account gesperrt oder ändert sich ein Algorithmus, steht dein Geschäft trotzdem.
- Vertrauen – eine gepflegte eigene Seite wirkt seriöser als ein Profil, das auch jeder Hobby-Account haben kann.
Mein ehrlicher Tipp
Mach nie deinen ganzen Betrieb von einem einzigen Kanal abhängig – egal welchem. Nutz Instagram für das, was es kann: Reichweite und schöne Bilder. Und bau dir daneben eine eigene Website als sicheren Anker. Nicht statt Instagram – zusätzlich. Das ist keine Doppelarbeit, das ist Absicherung.
Das Fazit
Instagram ist ein gutes Werkzeug, aber ein geliehenes. Die Frage ist nicht „Website oder Instagram“, sondern wie beides zusammenspielt. Reichweite über Instagram, Sicherheit und Auffindbarkeit über deine eigene Seite. Solange dein Geschäft nur auf einem gemieteten Kanal steht, baust du auf fremdem Grund. Stell dir einmal ehrlich die Gegenfrage – was passiert, wenn der Account morgen weg ist? – und du weißt, ob du eine Website brauchst.
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